Antriebskraft in der neu-interpretierten Serie

Aus Battlestar Wiki
Ein Artikel aus der Serie


Überlichtsprung

Einführung

FTL, kurz für Faster-Than-Light – Schneller als Licht –, ist die Methode, die von den Kolonisten und Zylonen für interstellare Reisen verwendet wird. Im allgemeinen wird der Vorgang des Überlichtreisens als "Sprung" bezeichnet.

Es werden jedoch nicht alle Schiffe mit einem Überlichtantrieb ausgestattet. Vor allem bei zivilen Schiffen sind Gründe dafür in erster Linie die Kosten, die mit dem Gebrauch und der Wartung eines solchen Antriebs verbunden sind. Ebenso ist es für Schiffe, die nur vergleichsweise kurze Strecken zurücklegen, einfach unpraktisch und unnötig, damit ausgestattet zu sein.

Die FTL-Technologie verleiht damit ausgestatteten Schiffen die Fähigkeit, entfernte Orte mit großer Präzision anzusteuern. Sie können sich im Raum dicht beieinander treffen und sogar direkt in einen synchronen Orbit über einem Planeten springen. Es ist sogar möglich, gefahrlos inmitten eines Asteroidenfeldes oder einer größeren Ansammlung Schiffe zu springen.

Weder in der Miniserie noch in der regulären Serie wurden bislang Angaben gemacht, wie ein FTL-Antrieb genau funktioniert. Es ist lediglich bekannt, daß die Galactica zwei davon hat, während andere, kleinere und zivile Schiffe nur über einen verfügen. Es ist außerdem bekannt, daß die FTL-Antriebe der Galactica "angeworfen" werden müssen, was darauf hindeutet, daß sie nicht ständig aktiviert sind und daß es eine gewisse Zeit dauert, bis sie einsatzbereit sind.

Koloniale Systeme

  • Koloniale FTL-Systeme können aufgrund ihrer Ausmaße nur in Fluggeräte ab einer bestimmten Größe installiert werden. Die kleinsten bislang bekannten kolonialen Fluggeräte mit einem FTL-Antrieb sind Raptoren. Sie können jedoch nur Kurzstrecken-Sprünge durchführen, diese aber in schnellen Intervallen hintereinander. (Miniserie)
  • Koloniale FTL-Systeme können nicht ständig über einen längeren Zeitraum benutzt werden, da sie dazu neigen, bei mehrfachem, intensiven Gebrauch Störungen aufzuweisen oder ganz auszufallen. (33 Minuten)
  • Überlichtsprünge können bei manchen Menschen Unwohlsein oder Übelkeit auslösen. Außerdem scheint es nicht möglich zu sein, während eines Sprungs zu schlafen. (Miniserie, "33 Minuten")
  • Die von kolonialen FTL-Systemen geschaffenen Wurmlöcher sind in ihrer Größe begrenzt. Dadurch ist die Maximalgröße kolonialer überlichtfähiger Schiffe von vornherein festgelegt. Dies ist auch der Grund dafür, warum alte Kampfsterne vor einem Sprung die Landebuchten einfahren müssen.
  • Koloniale FTL-Systeme sind offenbar ein Überbleibsel aus der Zeit des Exodus von Kobol. Sie wurden der Notwendigkeit angepasst, zwischen den einzelnen Kolonien und angrenzenden Planetensystemen hin und her zu springen.
  • Die kolonialen Überlichtfähigkeiten haben ein definiertes Limit, das als "Rote Linie" bezeichnet wird. Sprünge jenseits dieser "Roten Linie" sind entweder nicht möglich, können das Antriebssystem beschädigen oder zu Navigationsfehlern führen.

Zylonische Systeme

  • Zylonische FTL-Systeme sind klein genug, um selbst in einen zylonischen Jäger eingebaut zu werden. (Miniserie)
  • Zylonische FTL-Systme sind weitaus effektiver als ihre kolonialen Gegenstücke. Tests mit dem gekaperten Jäger haben gezeigt, daß es möglich ist, mit dem Jäger ohne Zwischenstop von Kobol direkt nach Caprica zu springen. ("Kein Weg zurück", "Kobol, Teil I")
  • Die extremen Reichweiten zylonischer Schiffe deuten auf ein weitaus bessere Integration ihrer Navigationssysteme in ihre FTL-Systeme hin.
  • Da die Zylonen den kolonialen Raum verließen, um ihre eigene Welt zu finden, ist es möglich, daß ihre Fähigkeit zu größeren FTL-Sprüngen entwickelt wurde, um die Entfernung zwischen ihrer neuen Heimatwelt und den Zwölf Kolonien mit einem Sprung zu überbrücken.

Hintergrund zu Überlichtreisen in Battlestar Galactica

Bei der Entwicklung der neuen Battlestar-Galactica-Serie wollten die Kreativen sicherstellen, daß alles in der Serie sehr realistisch erscheint. Dies bedeutete vor allem die Abkehr von den Standardklischees der Fernseh-Science-Fiction: also keine beulenköpfigen Außerirdischen und keine fantastischen Technologien wie Materie/Antimaterieumwandlung und dergleichen. Wie passt also das Konzept des überlichtschnellen Reisens in diese Vorgaben?

Zugrundeliegende Theorien

FTL: "Den Raum falten" (Quelle: Wikipedia)

Die FTL-Antriebstechnologie in der neuen Battlestar Galactica Serie basiert scheinbar auf der Stringtheorie und der M-Theorie. Dadurch ist es den Sprungtriebwerken möglich, den Raum zu "falten", um die Entfernung zwischen zwei Punkten zu verringern, indem ein "Korridor" aufgebaut wird, der die zwei Punkte verbindet. Im Wesentlichen wird also ein Wurmloch, oder auch Einstein-Rosen-Brücke, verwendet. Diese "Wurmlöcher" werden von der Allgemeinen Relativitätstheorie erlaubt.

Der Gebrauch solcher Wurmlöcher geht von dem Grundsatz aus, das der Raum gekrümmt ist. Der Begriff "Wurmloch" leitet sich von der Analogie ab, nach der man den Raum mit einem Apfel vergleicht, auf dem ein Wurm lebt. Dieser Wurm kann nun von einer Seite des Apfels zur anderen auf zwei Arten gelangen:

  1. indem er über die Oberfläche kriecht oder
  2. indem er sich durch den Apfel gräbt und damit ein "Wurmloch" erschafft.

Der zweite Weg ist, wenn man die Zeit zum Graben des Lochs außer acht lässt, natürlich weitaus kürzer.

Relativistische Beschleunigung

Der Hauptgrund für den Gebrauch von Wurmlöchern in Battlestar Galactica ist, daß sie nicht mit dem alles begrenzenden Faktor in unserem Universum in Widerspruch stehen: der Lichtgeschwindigkeit. Schiffe in der neuen Battlestar-Galactica-Serie beschleunigen nicht auf Überlichtgeschwindigkeiten. Stattdessen verwenden sie Wurmlöcher, um die Entfernung zu ihrem Ziel zu verringern, wodurch der Eindruck überlichtschnellen Reisens entsteht.

Dies ist auch der Grund, warum Überlichtsprünge nahezu in Nullzeit ablaufen. Es bedeutet außerdem, daß die einzige direkte Form der Bewegung im Raum durch die Sublichttriebwerke der Schiffe gegeben ist. Zudem erklärt das auch, warum die Schiffe nach einem Sprung mit der gleichen Geschwindigkeit reisen wie vor dem Sprung.

Machbarkeit

Auch wenn der Gebrauch von Wurmlöchern heutzutage nicht möglich ist, geht die Arbeit an der String- und M-Theorie dennoch weiter um es vielleicht in Zukunft zu ermöglichen Wurmlöcher zu schaffen. Der begrenzende Faktor hierbei ist vor allem die Fähigkeit zur Erschaffung negativer Energiedichten, was durch die Quantenmechanik, wenn auch nur in begrenzter Form, erlaubt wird. In diesem Zusammenhang wird auch wieder eines der Ziele der Produzenten der neuen Battlestar-Galactica-Serie deutlich: Nicht in die Fallen "traditioneller" Science-Fiction zu laufen, die eine exotische Wissenschaft und Technik benötigen. Der Theoretische Physiker Kip Thorne hat sich intensiv mit Wurmlochtheorien befasst und bei der Entwicklung wissenschaftlich glaubwürdiger Anwendung von Wurmlochreisen geholfen, wie sie in Carl Sagans Roman "Contact" verwendet wird. Die in Battlestar Galactica verwendete Technologie ist der in diesem Roman verwendeten bemerkenswert ähnlich.